Aufenthalt in einem Kapselhotel – Tipps & Erfahrungen (Singapur)

Auf meinem letzten Trip nach Asien, war ich ganz alleine unterwegs – zum aller ersten Mal. Auf meiner Recherche nach einer passenden Unterkunft für meinen ersten Stop – Singapur – stieß ich bald auf die ursprünglich aus Japan stammenden Kapselhotels, die auch in Singapur mittlerweile sehr beliebt sind. Warum denn eigentlich nicht? Nach kurzem Hin- und Herüberlegen und zum Trotz aller die mir davon abrieten, habe ich schlussendlich die „Kapsel“ für meine ersten 4 Nächte gebucht! Alles über den Aufenthalt in einem Kapselhotel, sowie nützliche Tipps verrate ich dir hier. 🙂


Was ist ein Kapselhotel?

Es handelt sich um Schlafplätze die wirklich auf ein Minimum reduziert sind – um kleine Schlafnieschen sozusagen. Die Kapsel hat ungefähr eine Grundfläche von 2 Quardatmetern und eine Höhe von 1,20m, es gibt Steckdosen und meist auch einen Fernseher oder einen kleinen Tisch zum ausklappen. Eine Kapsel reiht sich hier an die Nächste, fast so wie Bienenwaben. Es gibt ein Gemeinschaftsbad mit vorhandenen Hygieneartikeln und oft auch einen Aufenthaltsraum in welchem man Getränke- und Snackautomaten finden kann.

Ursprünglich kommen die Kapselhotels aus Japan und dort sind sie auch am weitesten verbreitet. Das erste Hotel dieser Form eröffnete 1979 in Osaka. Jedoch gibt es mittlerweile schon in ganz, ganz vielen asiatischen Großstädten unzählige dieser Unterkünfte. Ursprünglich für Geschäftsreisende und nur für Männer gedacht, erfreuen sich nun auch immer mehr Budget-Reisende (und natürlich auch Frauen) an dieser verhältnismäßig günstigen Schlafmöglichkeit.

Kapselhotel Singapur

Die Kapsel war sehr schön und sauber und geräumiger als gedacht. 😉

Leider hab ich kein besseres Foto machen können. Wollte nämlich nur ungern im Schlafraum fotografieren und hab dieses Foto ganz unauffällig und schnell mit dem Handy, beim Vorbeigehen, gemacht. 😉


Kapselhotels – Ausprägungen

Man beachte: Kapselhotel ist nicht gleich Kapselhotel. Es gibt eine Menge unterschiedlichster Arten und Formen.

Ausrichtung der Kapsel

Die Ausrichtung der Kapsel kann unterschiedlich sein. Die meisten Kapseln stehen normal auf die Wand – das bedeutet, du liegst mit dem Kopf an der Wand, wobei deine Beine von der Wand weg zeigen. Für Leute, die sich in engen Räumen nicht ganz so wohl fühlen, gibt es auch in manchen Kapselhotels, die Möglichkeit eine Schlafniesche parallel zur Wand zu buchen. Diese sind dann zur Seite hin offen. In meinem Kapselhotel in Singapur konnte man beide Optionen buchen – ich entschied mich für die klassische „Bienenwabe“.


Vorhang oder Rollo zum Verschließen

Es gibt entweder Kapseln welche du mit einem ganz normalen Vorhang zu ziehen kannst, oder auch welche die du mit einer Rollo verschließen kannst. Mir war bei der Buchung sofort klar, ich mag definitiv keine Vorhänge – sondern eine fixe Rollo. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Für ein bisschen mehr Privatsphäre war es mit total wichtig, dass ich meinen Schlafbereich komplett Blickdicht verschließen kann. Dieser Fakt hat für mich übrigens auch die Entscheidung zwischen einem „normalen Bett“ im Hostel und der Kapsel im Kapselhotel maßgeblich erleichtert.


Anzahl der Kapseln im Raum

Auch hier gibt es ziemlich krasse Unterschiede. Von nur 10 Kapseln im Raum bis hin zu 40, oder mehr, ist alles möglich. Ich habe extra nach einer kleineren Variante (für den Anfang) gesucht und dann auch ein Frauenzimmer mit nur ca. 10 Kapseln gefunden.


Details & „Luxus“ in der Kapsel

Einige Kapseln in solchen Hotels verfügen über einen kleinen ausklappbaren Tisch, wo man zum Beispiel den Laptop daraufstellen kann und natürlich sind auch Steckdosen vorhanden. Es gibt selbstverständlich, wie überall, auch die „Luxus-Modelle“ die sogar einen eigen Fernseher oder einen Musikplayer drin haben – mit Kopfhörern, versteht sich.


Service & Co

An der Rezeption bekommst du eine kleine Instruktion, das Wifi Passwort und den Schlüssel bzw. die Karte für dein Zimmer in welchem sich die Kapsel befindet. Zusätzlich kannst du in manchen Kapselhotels, so wie in Hostels, vergünstigte Eintrittskarten für so manche Sehenswürdigkeiten ergattern. Manche dieser Hotels bieten auch ein Frühstück an, andere haben lediglich ein paar Getränke, Kaffee und Sanckautomaten für die Gäste bereitgestellt.


Badezimmer

Auch bei den Badezimmern gibt es verschiedenste Ausprägungen. Männer und Frauen getrennt, oder manchmal mittlerweile sogar auch gemischt. Eigene absperrbare kleine „Badezimmer“ zum zurückziehen, oder offene Duschen. Kombiniert mit WC, oder getrennt…

Badezimmer Kapselhotel


Für wen (nicht) geeignet?

Männer & Frauen

Manche Kapselhotels – jedoch hauptsächlich in Japan – sind ausschließlich für Männer zugänglich. Als Frau sollte man sich also im Vorhinein darüber informieren ob man dort überhaupt schlafen darf. Ansonsten sind die Schlafräume für Männer und Frauen meist getrennt und oft sogar in unterschiedlichen Stockwerken platziert.


Alleinreisende & Freunde

Geeignet ist ein Kapselhotel, meiner Meinung nach, nur für Alleinreisende und eventuell auch für Freunde, die auf ihrer Abenteuer-Reise so wenig Geld wie möglich für Unterkünfte ausgeben möchten. Ich habe für mich das Kapselhotel gewählt, weil es mir irgendwie sympathisch war, dass ich meine Kapsel mit einer Rollo verschließen konnte und ich so eine verhältnismäßig gute Privatsphäre zum Schlafen hatte.


Paare

Für abenteuerlustige Paare, die gar nicht auf traute und romantische Zweisamkeit aus sind und bloß einen günstigen Schlafplatz auf ihrer Reise suchen ist ein Kapselhotel schon ganz in Ordnung. Man sollte jedoch beachten, dass die meisten Hotels dieser Art nur getrennte Zimmer für Männer und Frauen haben!


Familien

Für Familien finde ich ein Kapselhotel äußerst ungeeignet. Wenn überhaupt, dann nur wenn die Kinder schon ein angemessenes Alter dafür haben (meine Empfehlung wäre ab ca. 14 Jahren). Auch eine günstige und weitaus bessere Alternative für Familien wäre es, einfach ein 4, 5, oder Mehr-Bett-Zimmer (je nach Größe der Familie) in einem Hostel zu buchen. Das spart auch Geld gegenüber teuren Hotels und man hat das Zimmer ganz für sich alleine.


Vor- & Nachteile

Pro

  • Sehr kostengünstig
  • Meist sehr gute Lage
  • Neue Erfahrung – „Schlaf-Abenteuer“
  • Neue Menschen kennenlernen
  • Man kann die Kapsel blickdicht verschließen

Contra

  • Weniger Privatsphäre
  • In der Nacht anreisende Gäste
  • Kann durchaus auch mal laut sein
  • Manche könnten sich beengt fühlen
  • Für sehr große Menschen ungeeignet

9 Wertvolle Tipps für deinen Aufenthalt

#1 Gewissenhaft buchen

Beachte die oben beschriebenen verschiedenen Ausprägungen und überlege dir erst was deine Vorlieben sind. Als Frau solltest du auch darauf achten, dass es im ausgewählten Kapselhotel auch Frauenzimmer gibt. Ließ dir unbedingt die Rezessionen anderer Reisender am Buchungsportal gut durch und achte dabei vor allem auf Sauberkeit & Co.


#2 Schlau einpacken

Oberste Regel, pack dir schon vorher den Rucksack oder Koffer so, dass alle Sachen die du für diesen Aufenthalt brauchst ganz oben liegen. Oder noch besser, tu sie zusätzlich auch gleich in einen eigenen Beutel den du dann raus nehmen kannst. Auch deine Toiletttasche und allen anderen wichtigen Kleinkram solltest du bereits gut erreichbar verstaut haben. So ersparst du dir Vorort viel Mühe und Nerven. Du kannst deinen Koffer verstauen und dich nur auf diesen einen Beutel konzentrieren zum Schluss packst du dort dann einfach deine Schmutzwäsche rein und verstaust ihn wieder im Reisegepäck. Oft gibt es nämlich am Gang vor den Kapseln nur sehr wenig Platz um den Koffer zu öffnen und ihn zu durchwühlen.


#3 Ohropax

Heißer Tipp: pack dir dringend ein paar Ohropax in deine Tasche und verstau diese gleich vor der ersten Nacht direkt in deiner Kapsel, dann hast du sie griffbereit falls du sie brauchen solltest.


#4 Mit in die Kapsel nehmen

Auch andere wichtige Dinge die du brauchen könntest solltest du gleich in die Kapsel mitnehmen, damit du nicht in der Früh oder in der Nacht laut herumkramen musst und die anderen beim Schlafen störst. Das sind neben den Ohropax zum Beispiel auch die Ladekabel für Handy und Kamera oder eventuell Medikamente. Überleg dir einfach was du alles brauchen könntest. Das gilt vor allem dann, wenn du so wie ich in der oberen Kapsel schläfst – da ist ständiges auf und ab klettern, weil du wieder mal irgendwas unten vergessen hast, mit der Zeit total nervig – selbst getestet! 😉


#5 Stoßzeiten vermeiden

Damit meine ich vor allem die Stoßzeiten im Gemeinschaftsbad. Am besten immer VOR den anderen duschen, da ist nämlich die Dusche (im Normalfall) noch frisch geputzt. Ganz alleine mit einem frisch geputzten Badezimmer war ich um ca. 16:30 Uhr und in der Früh um ca. 7 Uhr. Danach wird es immer voller und nasser.


#6 Schloss mitnehmen

Pack dir zur Sicherheit ein ganz normales Zahlenschloss ein, damit du im Notfall deinen Koffer oder deinen Spind verschließen kannst, falls es keine anderen Möglichkeiten dafür gibt.


#7 Gemeinschaftsraum nutzen

Am ersten und zweiten Abend bin ich immer mit meinem Laptop in meiner Kapsel gesessen. Das war mit der Zeit aber ganz schön unangenehm für Rücken & Co. Erst die letzten beiden Abende hab ich mich dann doch in den Gemeinschaftsraum gesetzt. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich mich nicht gleich vom ersten Tag an hinunter in den Aufenthaltsraum gesetzt habe.


#8 Rücksicht nehmen

Verhalte dich grundsätzlich einfach so, wie du es dir von den anderen wünschen würdest, dann kann soweit nichts schief gehen. Vergiss nicht deine Schuhe immer vor betreten des Raums auszuziehen und erst nach dem Verlassen anzuziehen.


#9 Wäsche waschen

In den meisten Kapselhotels gibt es gute und günstige Möglichkeiten seine schmutzige Wäsche zu waschen. Das bietet sich vor allem dann an wenn du länger unterwegs bist, wenig Kleidung dabei hast und noch nicht weißt wann du die nächste Gelegenheit zum Waschen haben wirst.


Persönliche Erfahrung – Wie war es so?

Ankunft

Um ungefähr 15 Uhr kam ich geflutet von den ersten Eindrücken Singapurs im Kapselhotel an. Der Check-In verlief schon mal richtig gut und ein freundlicher Mitarbeiter erklärte mir alles und brachte mich anschließend zu meinem „Zimmer“. Erstmal Schuhe ausziehen, in mein Ablagefach stellen und schon kann’s los gehen.


Meine Kapsel

Der Moment als ich meine Kapsel zugewiesen bekam war irgendwie seltsam, das ist also nun mein Bett für die nächsten 4 Nächte – krass! Ein anderes Mädchen war auch gerade im Zimmer – ich stellte schnell fest, dass sie kein Englisch spricht. Aber sie lächelte mich freundlich an und ich lächelte zurück. Alles klar soweit, eine von 9 Mitbewohnerinnen hab ich also schon mal kennen gelernt. 😉


Kofferproblem

Erstes Problem

Nach der 20 Stunden langen Anreise hatte ich nun bloß einen einzigen Wunsch – eine Dusche. Also gleich mal den Koffer auf und… den Koffer auf…. den Koffer. Sch****, ich hatte meinen Code für das Zahlenschloss entweder vergessen, oder es hatte sich wie aus Geisterhand geändert!!!!! (Ich glaub eher Zweiteres 😉 ) Was dann passiert ist verrate ich dir ein andermal. Pssst… es ist aber gerade noch gut gegangen, soviel kann ich schon mal sagen. 😉


Badezimmer

Das Gemeinschaftsbad war für mich völlig in Ordnung, ich kam anscheinend genau zur richtigen Zeit, denn es war gerade frisch geputzt. Ich mochte es, dass man sich zum Duschen in einen eigenen kleinen Raum sperren konnte wo man eine Dusche, ein Waschbecken, ein WC und ein wenig Privatsphäre hatte. Die Sauberkeit war wirklich unerwartet gut, außer man kommt eben zu den „schlechten“ Zeiten, dann kann man schon mal das ein oder andere Haar vom „Vorduscher“ finden – ganz normal wenn man sich ein Bad teilt.

Badezimmer Kapselhotel


Schlaffeeling

Das Schlafen war echt ok, ich bin zwar ein bisschen sensibel was Lärm angeht, aber alle Mädels waren stets um Ruhe bemüht und laut geschnarcht hat auch niemand – Gott sein Dank! Die Größe der Kapsel war für mich als 1,60m Mädchen auch völlig ausreichend – ich hatte nie das Gefühl keinen Platz zu haben und konnte ohne Probleme aufrecht sitzen. Das Einzige das mich wohl gestört hat war, dass ich eine der oberen Kapseln bekommen hatte, so musste ich die ganze Zeit auf und ab klettern… Im Dunklen hinunter zu steigen um auf’s Klo zu gehen oder was aus dem Koffer zu holen, war echt immer eine kleine Herausforderung. 😉


Gemeinschaftsraum & Frühstück

Es gab natürlich auch einen Aufenthaltsraum, der gleichzeitig auch der Frühstücksraum war. Hier konnte man rund um die Uhr seine Wasserflasche gratis mit Wasser auffüllen oder sich einen Kaffee nehmen. Zusätzlich gab es auch kleine Computerräume, die man jederzeit nutzen konnte. Das Frühstück war übrigens ganz ok, natürlich nichts Besonderes, aber durchaus ok. Es gab verschiedenstes Müsli, Jogurt, ein bisschen Obst, Toastbrot, Erdnussbutter und Marmeladen. Und auch für pikante Frühstücker war gesorgt.


Fazit

Würde ich wieder in einem solchen Kapselhotel schlafen? Ja, klar – aber nur wenn ich wieder alleine reise. Ganz ehrlich? Es ist ein richtiges „Schlaf-Abenteuer“, das man für zumindest eine Nacht schon mal ausprobiert haben sollte. 😉

Frühstück Kapselhotel


Mein Kapselhotel in Singapur

Singapur gilt ja als sehr sauberes Land und als so etwas wie das „Asien für Anfänger“ und außerdem sind „normale“ Hotels in Singapur – vor allem für Alleinreisende – wirklich ziemlich teuer. Deshalb fiel mir die Entscheidung für ein sogenanntes Boutique oder Luxus Kapselhotel nicht schwer.

Also hab ich kurzerhand das The Pod @ Beach Road Boutique Capsule Hotel* gebucht. Es war günstig, gut gelegen und noch dazu konnte man seine Kapsel mit einer Rollo verschließen. WLAN, Wasser und Frühstück war auch inbegriffen und was mir noch wichtig war – es gab ein eigenes Zimmer NUR für Frauen. Außerdem waren die Rezessionen ziemlich gut.



Hast du schon mal in einem Kapselhotel geschlafen? Welche Erfahrungen hast du denn gemacht und hast du vielleicht noch mehr praktische Tipps? Ich freu mich schon auf deine Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren! Oder auf ein E-Mail von dir in meinem Posteingang: Kontakt

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Geheimtipp in Singapur: TreeTop Walk & wandern am MacRitchie Nature Trail

Ich bin ja überhaupt kein Fan großer Städte – aber Singapur ist anders! Schon am ersten Tag nach der Ankunft zog es mich nämlich bereits in die Natur dieser modernen Großstadt. Genauer gesagt – dank meiner neuen Freundin, die ich am Flughafen kennen gelernt habe. Sie war auch ganz alleine unterwegs und wollte unbedingt zum TreeTop Walk in Singapur. Spitzenkasse – da war ich doch gleich voll dabei!

Das aller erste Abenteuer auf meiner Solo Tour – und ich war schon jetzt nicht mehr „Solo“. Da sieht man mal, wie schnell man neue Leute kennen lernt wenn man alleine reist. 😉

Dieser Ausflug war ganz bestimmt eines meiner Top Highlights in Singapur. Ich sag dir ganz ehrlich, da solltest du wirklich hin! Vorausgesetzt du verbringst auch so gerne Zeit in der Natur wie ich und hast ein Herz für Tiere und kleine Abenteuer.


TreeTop Walk Singapur


Über den MacRitchie Nature Park

Der MacRitchie Nature Park befindet sich im Central Catchment Nature Reserve. Das ist ein wunderschönes Naturschutzgebiet von fast 30 Quadratkilometern, welches sich rund um vier große Reservoirs befindet. Beim größten dieser Reservoirs (übrigens auch dem größten von Singapur), dem MacRitchie Reservoir, findest du den MacRitchie Nature Trail.

Hier gibt es ein großes Spektrum an Aktivitäten für Naturliebhaber. Wandern, Kajak und Kanufahren, Fischen, Tiere beobachten, Laufen, ein Spaziergang am Nature Trail…

Ausblick auf das Naturschutzgebiet
Ausblick auf das Naturschutzgebiet vom TreeTop Walk

Anreise – Wie komme ich hin?

Ich sag’s euch so wie’s ist, einfach ganz direkt heraus – ich hasse es Bus zu fahren! Vielleicht geht es dem ein oder anderen hier ähnlich?

Demnach suche ich mir IMMER, vor allem in großen Städten, eine Möglichkeit mit der U-Bahn zu fahren. Ich liebe die U-Bahn! Das MRT System in Singapur ist wirklich der Hammer, man kommt überall hin, auch ganz ohne Bus zu fahren – sogar zum MacRitchie Reservoir Park. 😉

Dafür musst du ganz einfach die gelb/orange Circle Line nehmen und bei der MRT Station „Marymount“ aussteigen. Dort angekommen trennt dich nur noch ein 5 Minuten langer Fußmarsch vom MacRitchie Nature Park, wo der Nature Trail beginnt. Hier ein Screenshot vom Fußweg:

Fußweg MRT - Nature Trail Singapur
Fußweg MRT – Nature Trail

Achtung: Genau an dem Punkt „19 Westlake Avenue“ führt dann ein sehr unscheinbarer Weg zwischen Häusern direkt zum Reservoir. Wo dann die offiziellen Wanderwege beginnen.


MacRitchie Nature Trail & TreeTop Walk

Der Nature Trail und vor allem der super coole TreeTop Walk haben es mir wirklich angetan – ein wunderbarer Ort um, auch in der modernen Großstadt Singapur, in die Natur zu flüchten. Und das sogar in den Dschungel!

Es gibt viele verschiedene Trails auf welchen du diesen Naturpark zu Fuß entdecken kannst. Wir haben zum Beispiel eine Kombination aus zwei dieser vorgegebenen Routen gewählt – wie du gleich sehen wirst. 😉

Eine genaue Beschreibung verschiedenster Routen findest du übrigens dann im Punkt „Nachwandern“.


Auf durch den Dschungel

Am Reservoir angekommen, orientieren wir uns erstmal an den vielen Schildern. Es gibt auch eine Karte Vorort, mit welcher wir uns gleich einen Überblick über den Park und die verschiedensten Wanderwege schaffen. Wir fixieren uns auf keine bestimmte Route und beschließen einfach mal loszugehen. Zuerst Rechts vom Reservoir kurz dem Wasser nach und dann über eine kleine Holztreppe rechts hinauf zum „offiziellen“ MacRitchie Nature Trail.

MacRitchie Nature Trail SingapurMacRitchie Nature Trail SingapurMacRitchie Nature Trail Singapur

Der Weg führt nun durch den Dschungel Singapurs, er ist super leicht zu begehen und führt uns vorbei an verschiedensten Tieren. Vor allem die Affen finde ich ganz besonders süß! Nach einiger Zeit gelangen wir an eine Straße, hier biegen wir nun links hinauf in Richtung Rangerstation. Nach nur wenigen Gehminuten gelangen wir wieder in den Wald, wo sich dann auch gleicht der Rastplatz und die öffentlichen WC-Anlagen befinden.

Hier machen wir eine kurze Pause, bevor wir uns auf zum TreeTop Walk machen. Über eine Holzkonstruktion gelangen wir nun zum großen Highlight der Tour – zur Hängebrücke.

Affen am MacRitchie Trail Singapur

TreeTop Walk

Der Eintritt in diesen kleinen „Wipfelweg“ ist sogar kostenlos (Stand 2017).

Tipp: Man sollte gut auf seine Taschen und Kameras aufpassen, denn die kleinen Äffchen hier sind zutraulicher und neugieriger als jene denen wir am Nature Trail zuvor begegnet sind. Da kann es schon mal vorkommen, dass sie dir etwas klauen. 😉

Lass dir Zeit und genieße den Gang über die Brücke. Aber Achtung – hier herrscht Einbahn! Also solltest du unbedingt den TreeTop Walk von dieser Seite aus starten.

Wir hatten Glück und sind schon ganz früh und unter der Woche hier her gekommen, deshalb waren wir auch so gut wie alleine und konnten bei der Einbahn ein klein wenig schummeln und für ein paar Fotos ein bisschen hin und her laufen. 🙂

TreeTop Walk SingapurTreeTop Walk SingapurTreeTop Walk SingapurTreeTop Walk Singapur

Nach der Brücke führt uns der Weg wieder durch den Wald. Auf lässigen Holzstegen geht’s durch den Dschungel, wo wir wieder einige Tiere beobachten und entdecken können. Eine Schildkröte seitlich im Wald hätte ich sogar fast übersehen, da sie im Laub so gut getarnt war. Ich liebe Wege dieser Art, die sind einfach noch so viel spannender als ein „normaler“ Waldweg!! Was meinst du? 😉

Und wieder zurück

Nachdem du den Holzsteg verlassen hast, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten weiterzugehen, entweder folgst du rechts dem Nature Trail bis zum Aussichtsturm und dann am Reservoir entlang wieder zum Ausgangspunkt. Oder du wählst die etwas kürzere Variante und marschierst am offiziellen TreeTop Walk wieder zurück zur Rangerstation und dann zur Bushaltestelle „Flame Tree Pk“. Eine ganz genaue Beschreibung aller Möglichkeiten findest du im Punkt „Nachwandern„.


Die Tiere

Wir haben super viele tolle Tiere entdeckt. Falls du irgendein Tier genauer bestimmen kannst als ich, freue ich mich wirklich sehr über dein Fachwissen in den Kommentaren. Ich bin leider ein weißes Blatt, was Tierbestimmungen angeht! 😉

TreeTop Walk Singapur
Das Tier befindet sich hier auf der linken Seite. 😉
Affen am MacRitchie Nature Trail
Mama- & Babyaffe

Nachwandern

Öffnungszeiten

Das Nature Reserve ist von 07:00 – 19:00 Uhr geöffnet.

Der TreeTop Walk (kostenlos) ist nicht immer zugänglich, es gelten folgende Öffnungszeiten:

  • An Montagen geschlossen.
  • Dienstag – Freitag: 09:00 – 17:00
  • Samstag & Sonntag: 08:30 – 17:00

(Stand 2017)


Alle Wege sind durchgehend recht gut beschildert. Es gibt mehrere Möglichkeiten wie du deinen Spaziergang hier gestalten kannst. Entweder du umrundest ganz einfach das MacRitchie Reservoir auf dem Nature Trail. Oder du machst dabei auch noch den – übrigens sehr empfehlenswerten – Abstecher zum TreeTop Walk. Oder du besuchst nur den TreeTop Walk, ganz ohne Nature Trail. Oder, Oder, Oder…


Route 1 – Nature Trail + TreeTop Walk

Variante 1 – Hinweg Nature Tail & Rückweg TreeTop Walk (meine Tour)

Anreise wie oben beschreiben. Beim Reservoir angekommen, am besten gleich rechts halten und einfach dem Wasser entlang gegen den Uhrzeigersinn folgen, dann über kleine Holzstufen leicht rechts zum Weg hinauf steigen. Der Weg führt später an eine Straße. Dieser musst du dann ungefähr 3 Minuten lang nach links folgen, bis du wieder in den Wald gelangst. Gleich hier befindet dich eine Rangerstation mit sanitären Anlagen, dort dann rechts zum TreeTop Walk einbiegen. Immer den Holzsteig und den Stufen folgen, bis du wieder an eine Kreuzung mit verschiedensten Schildern kommst.

Nun links zurück zur Rangerstation gehen und dann der Straße hinunter bis zur Busstation „Flame Tree Pk“ mit der Nummer: 53079 folgen. Du kannst auch einen kleinen Abstecher durch den Wald wählen.

Achte unbedingt darauf, dass du den Bus in die richtige Richtung nimmst – das kann etwas verwirrend sein, da in Singapur Linksverkehr herrscht. Wenn du in die Stadt zurück möchtest, nimm den Bus auf der gegenüber liegenden Straßenseite.

Kombi Nature Trail & TreeTop Walk


Variante 2 – Nature Trail + TreeTop Walk (meine Empfehlung)

Der Hinweg ist gleich wie bei Variante 1, jedoch nach dem TreeTop Walk folgst du den Schildern bis zum Jelutong Tower, nach rechts. Beim Aussichtsturm angekommen, dem Weg geradeaus in Richtung MacRitchie Reservoir immer linkshaltend folgen, bis du wieder zum Ausgangspunkt zurück kommst. Dann wieder, wie bei der Anreise, zurück zur MRT Station „Marymount“ gehen (5 Minuten).

Nature Trail + TreeTop Walk
Nature Trail + TreeTop Walk

Route 2 – Nur TreeTop Walk

Anreisen kannst du hier mit der MRT wie in „Anreise“ beschreiben und dann mit dem Bus oder mit dem Taxi bis zum Ausgangspunkt vom TreeTop Walk weiterfahren. Der befindet sich in der Nähe von der Bushaltestelle „Flame Tree Pk„. Vorort gibt es übrigens auch einen Parkplatz, falls du mit dem Auto unterwegs sein solltest. Zuerst führt der Weg durch den Wald, dann ein paar Meter der Straße entlang und dann kurz vor der Rangerstation wieder in den Wald. Hier zweigst du zur Hängebrücke rechts ab und folgst dem Steig bis du wieder an den „normalen“ Weg zurück kommst. Hier gibt es Schilder denen du dann links zurück zur Rangerstation nachgehst. Dann am Hinweg zurück zum Bus.

TreeTop Walk Singapur

Am TreeTop Walk
Am TreeTop Walk

Route 3 – Nature Trail ohne TreeTop Walk

Diese Variante ist sehr beliebt bei Läufern und ist für viele Einheimische „Die Joggingrunde Nummer 1″. Alles was du dafür tun musst, ist nach der Rangerstation einfach geradeaus weiterzugehen und nicht rechts zum TreeTop Walk einzubiegen. Du folgst den Schildern zum Jeluttong Tower, und vom Turm aus haltest du dich dann links. So kommst du am Reservoir vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt.

MacRitchie Nature Trail Singapur
MacRitchie Nature Trail Singapur
Weg neben dem MacRitchie Reservoir
Weg neben dem MacRitchie Reservoir

Noch mehr Routen & Karte

Auf dieser Karte sind alle Wege eingezeichnet – genau solche Karten findest du auch vor Ort neben dem Weg auf Schildern abgebildet.


Daten zur Tour

  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Gehzeit: ca. 1,5-4 Stunden (je nach Route & Tempo)
  • Länge: 7-15km (je nach Route)
  • Höhenmeter ↑: 100-170 (je nach Route)
  • Ausgangspunkt:
    • MRT Station „Marymount“ (siehe auch oben „Anreise“)
    • Bus Station für TreeTop Walk „Flame Tree Pk“
  • Einkehrmöglichkeiten:
    • Am Weg nur eine Rangerstation kurz vor dem TreeTop Walk – nur WCs
    • Nahe dem Ausgangspunkt am MacRitchie Reservoir gibt es ein Restaurant

Tipps

Tipps für den Weg

Tipp1: Es gibt auch noch andere Trail Varianten – eine Karte aller Wege findest du unter angegeben Link. Hier kannst du dir zum Beispiel auch eine noch kürzere Alternative aussuchen.

Tipp2: Nicht wirklich ein Tipp – sondern ein Aufruf: Zeige Respekt! Den Tieren und der Natur gegenüber! Bleib am Weg, sei nicht zu laut, fasse keine Tiere oder Pflanzen an und lass den Blitz ausgeschaltet wenn du Tiere fotografierst. Danke! 🙂

Tipp3: Nimm genügend Wasser mit!! Es gibt so gut wie keine Möglichkeit während der Wanderung etwas zu kaufen. Zusätzlich darf man das Klima hier nicht unterschätzen, man braucht für gewöhnlich viel mehr zu trinken als bei uns zu Hause in Europa.

Tipp4: Lade dir bei Google Maps unbedingt vor deiner Reise ganz Singapur OFFLINE auf dein Handy, so kannst du immer nachschauen wo du dich gerade befindest und in welche Richtung du gehen musst – unabhängig von der Internetverbindung.

Tipps Bekleidung

Tipp5: Anständige Schuhe!! Flip Flops oder Converse sind hier wohl fehl am Platz. Wenn man schwitzt – und/oder keine Socken anzieht – dann reibt ein (schlechter) Schuh nun mal. Und wenn der Schuh drückt, dann macht auch die schönste Wanderung nur halb so viel Spaß. Ordentliche Turnschuhe sind also super! 😉

Tipp6: Auch die Kleidung sollte passen! Vielleicht kennt das ein oder andere Mädchen unter uns auch dieses doofe Problem: Man schwitzt, hat eine zu kurze Hose an und die Oberschenkel reiben aneinander! Das tut weh! Na, kennst du das auch? Das war wohl mein Problem bei dieser Tour – ich hätte eine längere Hose anziehen sollen!

Tipps Kombinationen

Tipp7: Der Ausflug in den Park lässt sich hervorragend mit dem Besuch beim Botanischen Garten von Singapur verbinden. Wenn man mit der MRT anreist, kommt man nämlich direkt bei der Haltestelle vom Botanischen Garten vorbei, der auch etwas außerhalb der Stadt liegt. Hier ein kleiner Vorgeschmack vom Garten:

Botanischer Garten Singapur
Botanischer Garten in Singapur

 

Tipp8: Auch der angeblich super schöne Zoo von Singapur befindet sich im Central Catchment Nature Reserve hier kann man zum Beispiel auch eine Night Safari und andere Touren machen. Am Blog der ReiseEule findest du übrigens einen tollen Beitrag über Zoo und Safari.



Noch mehr? Über einen weiteren Wanderweg in luftiger Höhe in Singapur berichtet die ReiseEule in ihrer Blogparade über die schönsten Hängebrücken und Baumwipfelpfade.

Na, willst du auch dort hin, oder bleibst du lieber in der Stadt? Hast du noch mehr „Natur-Tipps“ für Singapur abseits der touristischen Pfade? Bin schon gespannt auf dein Kommentar und deine Tipps! Ich freu mich aber natürlich auch riesig über ein E-Mail von dir in meinem Posteingang: Kontakt

PS: Noch mehr Abenteuer gefällig? Na dann folge uns doch auf Facebook, Instagram, Pinterest & Co – so bist du immer live dabei und kannst noch mehr richtig coole Reiseideen und Freizeittipps sammeln!