Tannengraß und Lebzeltstern – Advent im Freilichtmuseum Stübing, so wie damals!

Wie schnell die Zeit vergeht – bald ist es schon wieder April! Und im April startet immer der Kartenvorverkauf für die fantastische Veranstaltung Tannengraß und Lebzeltstern. Hierbei kann man den Advent im Freilichtmuseum Stübing miterleben – und zwar so traditionell und besinnlich wie damals.

Wer gerne gemütliche, authentische Weihnachtsmärkte mag und noch dazu ein bisschen in die Vergangenheit reisen möchte, der sollte jetzt also unbedingt weiterlesen…


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Kartenverkauf

Schon zu Frühlingsbeginn informiere ich mich immer rechtzeitig wann der Kartenverkauf los geht, denn die Eintrittskarten sind schnell vergriffen und nur im Vorverkauf erhältlich. Ich werde mir bestimmt auch heuer wieder ganz schnell ein Ticket sichern. 😉

Aber jetzt möchte ich dich mitnehmen durch das Tal der Geschichte im Advent und dir einen kleinen Einblick geben was dich dort Großartiges erwartet:


Advent im Freilichtmuseum Stübing

Allgemeines & Anreise

Ich habe bereits einen Beitrag über einen ganz „normalen“ Spaziergang durch dieses Museum (mit Hund) im Herbst geschrieben. Darin findest du noch mehr Infos & Tipps über das Freilichtmuseum Stübing, sowie ein paar Details zur Anreise: Das österreichische Freilichtmuseum in Stübing – Ein Zeitreisespaziergang


Advent wie damals

Ohhh WOW, was für ein Glück, zwei Tage zuvor hat es sogar ein bisschen geschneit, so ist die weihnachtliche Stimmung hier gleich noch um ein 1000-faches schöner. Zu Fuß machen wir uns auf um das Tal der Geschichte ein weiteres Mal zu durchwandern und dabei die einzelnen Handwerkskünste und Traditionen zu bestaunen die sich auf die verschiedenen Häuser des Museums verteilen.

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Rundgang durch das Tal

Es ist nicht schwer den ganzen Nachmittag hier zu verbringen, denn es gibt so Vieles zu entdecken und zu erleben, dass die Zeit einfach wie im Flug vergeht…

Gleich zu Beginn machen wir kurz halt um uns ein paar leckere Kastanien zu gönnen und schon geht’s weiter, eine Station nach der anderen. Mit großer Begeisterung sehen wir zu wie ein Hufeisen geschmiedet wird, verzieren unsere eigene Lebkuchen und „shoppen ein bisschen im alten „Tante-Emma-Laden“.

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Am „Hauptplatz“

Am zentralen Platz gibt es einige kleine „Standln“ nebeneinander wo wir uns durch die weihnachtlichen Snacks kosten – Kuchen & Bratäpfel und dazu gibt’s natürlich einen Kaffee. Zuvor haben wir hier im Restaurant eine Kleinigkeit gegessen, aber gemütlicher, finde ich, ist es definitiv draußen an den warmen Feuerstellen, denn drinnen tummeln sich verhältnismäßig ganz schön viele Leute.

Auch musikalisch kommt die weihnachtliche Stimmung nicht zu kurz, eine kleine Bläsergruppe spielt hier am „Hauptplatz“ des Museums. Auch in einer der Stuben kann man live gesungen traditionellen Weihnachtsliedern lauschen und sogar mitsingen, wenn man das möchte.

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Weiter geht’s

Hier und da ein Punsch, ein Glühwein und ein Snack – dazu Handwerkskunst und Geschichte. Einfach toll – für Kinder, wie auch für Erwachsene eine super interessante Veranstaltung!

Wir setzen unseren Rundgang fort – von einem Häuschen zum Nächsten. Von einer warmen Stube in die Nächste. Alle Stationen sind gut markiert und beschreiben, sodass wir immer einen guten Überblick haben, was uns wo erwartet. Kletzenbrot backen, Strohsterne basteln und Profis beobachten wie sie klöppeln, knüpfen, schnitzen, spinnen, drechseln, und, und, und

Natürlich kann man auch fest shoppen und handgemachte Geschenke erwerben – als Andenken kaufen wir uns alle noch eine Kleinigkeit – ich entscheide mich für eine Kugel für unseren Christbaum. 🙂

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Der Rückweg

Zu guter Letzt marschieren wir über den Panoramaweg wieder zurück zum Eingang, es ist bereits finster geworden und der ganze Weg ist mit echten! Kerzen beleuchtet, das ganze im Schnee. Wow, einfach zauberhaft & romantisch, sag ich euch. ❤

Einen kleinen Zwischenstopp legen wir aber noch oberhalb des Museums ein, und zwar zum Sterz essen und Kaffee trinken. Richtig lecker, auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, aber ich liebe dieses Essen heiß!

Es gibt so viele Highlights bei dieser Veranstaltung, dass ich hier gar nicht alle erwähnen kann. Aber ich würde sagen, im Allgemeinen geht es wohl vor allem um die weihnachtliche Stimmung in einer besinnlichen und entspannten Atmosphäre – genau so wie damals!


Fazit

Wer gerne alte Handwerkskünste hautnah erleben möchte, vielleicht das ein oder andere Weihnachtsgeschenk kaufen und dabei die besinnliche und familiäre Atmosphäre – wie damals – erleben möchte, der sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. 😉


Tipps – Advent im Freilichtmuseum

Tipp1: Falls du gerne den Advent wie damals miterleben möchtest, stell dir am Handy eine Erinnerung für den Kartenvorverkauf ein, damit du dir gleich eine Karte sichern kannst wenn er los geht.

Tipp2: Du kennst noch jemanden der dort hinfährt? Super, dann bilde unbedingt eine Fahrgemeinschaft – es gibt dort nämlich nur sehr wenige und sehr enge Parkplätze.

Tipp3: Du kannst nur über Gratwein-Straßengel anreisen, denn die Zufahrtsstraße zum Museum wird an diesem Tag zur Einbahn. Von Gratwein in Richtung Stübing.

Tipp4: Es gibt keine Karten mehr? Nicht nur im Advent oder zu Veranstaltungen ist das Freilichtmuseum in Stübing einen Besuch wert – schau doch mal hier rein: Das österreichische Freilichtmuseum in Stübing – Ein Zeitreisespaziergang

Tipp5: Mehr Infos zum Kartenverkauf & Co findest du hier: offizielle Homepage



Interessiert du dich auch so für die damalige Zeit? Warst du schon mal im Freilichtmuseum Stübing? Wen von euch treffe ich denn heuer im Advent dort? Lass es uns doch wissen und schreib einfach einen Kommentar oder ein E-Mail. Wir freuen uns schon sehr von dir zu lesen: Kontakt

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Live dabei beim Neujahrgeigen – 6 Tage, 45 Stunden & mehr als 70 Kilometer – ein steirischer Brauch der es in sich hat!

Kannst du dir vorstellen 6 Tage lang die große Trommel oder die Helikontuba umzuhängen und damit 70 Kilometer, inklusive beachtlich vieler Höhenmeter, einen ganzen Ort abzugehen?

Nein?

Gleich nördlich von Graz, im Ortsteil Gratwein, gehört genau das nämlich zu einem seit vielen Jahrzehnten hoch geschätzten Brauchtum – dem Neujahrgeigen bzw. Neujahrspielen.

Neujahrsspielen MV Markt Gratwein


Neujahrs… was?

Ganze 6 Tage lang – zwischen Weihnachten und Neujahr – gehen täglich rund 15 Musiker und Musikerinnen des MV Markt Gratwein freiwillig mit ihren Instrumenten von Haus zu Haus um ein Ständchen nach dem anderen zum Besten zu geben. Verschiedenste Polkas, Walzer, Märsche und sogar ein ganz spezielles Neujahrslied, sowie viel Freude am Musizieren und gute Stimmung im Gepäck.

Als Dankeschön gibt’s dann eine kleine Spende oder auch ab und zu Getränke für die immer-durstigen Musiker. 😉  Hin und wieder werden sie sogar zusätzlich mit einer zünftigen Jause oder leckeren Keksen belohnt. Die Spenden werden dann zum Beispiel für Instrumente, Reparaturen oder Notenmaterial verwendet.

Neujahrsspielen MV Markt Gratwein

Der ganze Verein ist mit von der Partie – jeder kann, sooft er Zeit und Lust hat, mit dabei sein und der ganzen gratweiner Bevölkerung musikalisch ein gesundes und glückliches neues Jahr wünschen. Und was ich besonders schön daran finde: dabei gibt’s immer einen perfekten 3-Generationen-Mix an Musikern, die alle gemeinsam a echte Gaude hom.

Da auch ich die Ehre habe in diesem ganz besonderen Musikverein mitspielen zu dürfen, komm natürlich auch ich nicht drum herum den ein oder anderen Tag live dabei zu sein – und soll ich dir was verraten? Es macht tatsächlich richtig viel Spaß! 😉

Neujahrsspielen MV Markt Gratwein

Natürlich gibt es, wie überall, jene die sich ganz besonders für die Erhaltung und die Durchführung dieses fantastischen Brauchtums einsetzen. Jene, die selbst bei Regen und Schnee, bei Eis und Kälte jeden einzelnen der 6 Tage bis zu 8 Stunden täglich aktiv mit dabei sind – sogenannte „Fixstarter“.

Großen Respekt und ein riesen Lob an euch! Ihr seid der Grund, dass diese Tradition noch immer so gelebt und geschätzt wird wie bereits vor 58 Jahren. Danke dafür!

Zwei dieser wichtigsten Personen habe ich ganz exklusiv zu ihren Erfahrungen und intensivsten Neujahr-Spiel-Momenten befragt:


Interview

6 Tage lang 7-8 Stunden pro Tag unterwegs, musizieren und Instrumente tragen – ist das nicht anstrengend? Was ist für dich die größte Herausforderung am Neujahrspielen?

Franzi:

Ich bin ja doch schon 70 Jahre alt, aber solange ich es körperlich und geistig noch schaffe Neujahrspielen zu gehen – geht’s dem Franzi gut! Und natürlich hat das Ganze ja einen musikalischen Aspekt auch. Es ist ja bei diesen Temperaturen manchmal auch eine musikalische Herausforderung, weil die Bedingungen im Winter um im Freien zu spielen, ja nicht immer unbedingt optimal sind.

Marcel:

Nach meiner Knie-Operation im November war es für mich dieses Jahr auf jeden Fall anstregender als in den letzten Jahren. Wir legen in den sechs Tagen rund 70 Kilometer zurück und auch etliche Höhenmeter. Ich wandere aber in meiner Freizeit gerne und habe daher mit der Distanz keine Probleme. Meine größte Herausforderung als Klarinettist ist, dass ich auch bei Minusgraden nicht mit Handschuhen musizieren kann.

Was war dein aller schönstes Erlebnis während dieser Tage?

Franzi:

Ein besonders schönes Erlebnis… da muss ich nachdenken. Es waren so viele schöne Momente… Mir fällt nicht unbedingt ein Highlight ein, das für mich wirklich am aller Schönsten war, sondern es war für mich eigentlich immer schön – jeder Tag war für mich einfach schön!

Marcel:

Schwer zu sagen. Für mich gibt es während der Woche immer mehrere besondere Momente. Zum Beispiel wenn zwei Kollegen auf einem Berg „In die Berg bin i gern“ anstimmen oder wenn bei Familie Edlinger das traditionelle „Spritzer-Lied“ gesungen wird. Ich freue mich auch jedes Mal sehr, wenn man sieht wie man mit seiner Musik anderen Menschen eine Freude bereiten kann.

Kommt der Brauch immer und überall gut an? Oder gibt es auch Leute die euch zurückweisen?

Franzi:

Bei den Einfamilien- und Zweifamilienhäusern kommt der Brauch sehr gut an, also da spürt man wirklich, vor allem da wir das ja schon seit 1953 in der Form machen, dass die Leute schon jedes Jahr auf uns warten. Es gibt natürlich auch welche, die sagen: „das interessiert mich nicht“ aber dieser Anteil ist sehr gering. Gott sei Dank ist dieser Anteil so gering – deshalb machen wir das ja auch noch immer.

Marcel:

Prinzipiell wird der Brauch in der Bevölkerung sehr gut angenommen. Es gibt aber auch ein paar wenige Haushalte, von denen wir wissen, dass das Neujahrspielen nicht erwünscht ist. Das akzeptieren und respektieren wir auch.

Auf was freut man sich am meisten wenn man in der Früh losstartet? Gibt es ganz besondere Tageshighlights?

 

Franzi:

Ganz schön ist, wenn man spürt, dass die Leute raus kommen, erfreuliche Gesichter machen und uns auch ein gutes neues Jahr wünschen. Und dass wir spüren, wir sind erwünscht, wir sind willkommen.

Marcel:

Jeder Tag bringt eine andere Route und damit auch eine andere Herausforderung mit sich. Allgemein freue ich mich auf meine Lieblingsstücke, die Gemeinschaft und auf jene Haushalte, die das Neujahrspielen sehr zu schätzen wissen. Der Antrieb mitzugehen wird bei mir auch stark von der Aufrechterhaltung der Tradition geprägt. Ich denke, dass das auch bei fast allen anderen des „harten Kerns“ der Fall ist. Ohne diese Kollegen wäre es nicht möglich das Neujahrspielen in dieser Form durchzuführen.


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Interessant: Der MV Markt Gratwein ist übrigens der einzige Musikverein in ganz Österreich, der dieser Tradition 6 Tage lang (von 26.12. bis 31.12) in dieser Form nachgeht.

Hier geht’s übrigens zur Facebook-Seite des MV Markt Gratwein.

Info: Hans Hödl berichtet über diese Gratweiner Tradition des Neujahrspielens sogar in seinem Buch Steirische Bräuche.


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Na, wie findest du diese Tradition? Wärst du auch mit dabei? Fixstarter womöglich? Hast du noch andere Fragen? Verrate es mir doch in den Kommentaren, ich freu mich schon drauf! Oder schreib mir auch gerne ein Mail: Kontakt

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Viel Spaß ❤

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